25. Januar 2023
  • MIBRAG setzt neben Kohle biogene Brennstoffe ein
  • Erster Schritt zum Brennstoffwechsel
  • Einsatz von Holzhackschnitzeln aus eigener Verarbeitung

Hohenmölsen/Zeitz. Seit Januar 2023 werden im MIBRAG-Industriekraftwerk Wählitz bei Hohenmölsen Holzhackschnitzel als Ersatzbrennstoff eingesetzt. Dadurch wird der Braunkohlebedarf reduziert. Nach dem gesetzlichen Ende der Kohleverstromung soll die Fernwärmeversorgung der angeschlossenen Kommunen auf Basis biogener Energieträger gesichert werden.

Dr. Armin Eichholz, Vorsitzender der Geschäftsführung, sagt: „Damit vollzieht das Unternehmen eine wichtige Etappe auf dem Weg zum modernen Energie- und Industriedienstleister. Der Probebetrieb ist zunächst auf ein Jahr ausgelegt. Die Mitverbrennung von Holzhackschnitzeln gibt dem Kraftwerk eine Zukunftsperspektive.“ Der Leiter Technologie im Bereich Strategische Unternehmensentwicklung Dr. Tom Naundorf sieht in der Maßnahme den ersten Schritt hin zu einem langfristigen Brennstoffwechsel im Kraftwerk.

Die aus Industrieholz gewonnenen und in Profen verarbeiteten Holzhackschnitzel werden per Schubboden-Lkw angeliefert und gelangen über zwei Annahmestationen in den Kreislauf des Kraftwerkes. Während der zwölfmonatigen Probephase wird untersucht, welche Körnung und welche Feuchte des Materials das beste Ergebnis bei der Verbrennung erzielt. Der Probebetrieb endet im Dezember 2023. Im Anschluss soll die Anlage in den Dauerbetrieb überführt werden. Darüber hinaus werden die Versuchsergebnisse in eine Untersuchung zum vollständigen Brennstoffwechsel nach dem Ende der Kohleförderung einfließen.

Das 1994 in Betrieb genommene Industriekraftwerk Wählitz, welches nach dem Prinzip der Wirbelschichtfeuerung arbeitet, verfügt über eine installierte elektrische Leistung von 37 Megawatt (brutto). Stündlich werden 150 Tonnen Prozessdampf produziert. Über das Kraftwerk werden die MIBRAG-Tagebaue mit Strom und über 1.800 Haushalte der Region mit Wärme und Warmwasser versorgt.

Industriekraftwerk Wählitz. © MIBRAG

Industriekraftwerk Wählitz. © MIBRAG

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