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Umsiedlung

Die Braunkohlengewinnung im Tagebau ist unvermeidlich verbunden mit Eingriffen in die Natur und Landschaft – manchmal auch in bestehende Siedlungs- und Infrastrukturen. MIBRAG war und ist sich der großen Verantwortung bewusst, die mit diesem schwierigen Prozess einhergeht.

Diese oft langwierige Entwicklung erfordert einen angemessenen Interessenausgleich zwischen energiewirtschaftlichen, arbeitsmarktpolitischen, sozialen und umweltbezogenen Belangen. Auf Grundlage von landesplanerischen und bergrechtlichen Genehmigungsverfahren sind die betroffenen Bürger sowie Vertreter aus Politik und den Braunkohlenunternehmen an der konkreten Ausgestaltung gleichsam beteiligt. Die Umsiedlungen der Gemeinden Schwerzau und Großgrimma sowie Heuersdorf im MIBRAG-Revier machen deutlich, dass die notwendigen Eingriffe für den Einzelnen und die Gemeinschaft sozialverträglich gestaltbar sind und letztlich für die Beteiligten auch eine neue Chance sein können.

Jüngstes Beispiel für ein konstruktives Miteinander in der mitteldeutschen Bergbauregion ist der erfolgreiche Dialog zwischen MIBRAG und der Stadt Groitzsch zur Umsiedlung der Ortslage Pödelwitz.

Pödelwitzer wollen umsiedeln

Am 16. November 2012 unterzeichneten die Stadt Groitzsch (Sachsen, Landkreis Leipzig), und MIBRAG in Großstolpen bei Groitzsch den Grundlagenvertrag zur Umsiedlung der Ortslage Pödelwitz (Pödelwitz-Vertrag) und den Nachbarschaftsvertrag mit der Stadt Groitzsch. Damit wurden die Voraussetzungen für eine von der großen Mehrheit der 130 Bewohner des Ortes Pödelwitz gewünschte, freiwillige Umsiedlung geschaffen.

Der Stadtrat von Groitzsch hatte bereits am 6. September 2012 auf einer Stadtratssitzung einstimmig dem Abschluss der Verträge zugestimmt. Ein Großteil der Pödelwitzer hatte seinen Umsiedlungswunsch im Spätsommer 2009 mit der Auslegung und öffentlichen Anhörung im Rahmen der Neuaufstellung zum Braunkohlenplan des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain gegenüber MIBRAG signalisiert. Daraus entwickelte sich unter Leitung der Stadt Groitzsch und unter Mithilfe des Moderators, Prof. Andreas Berkner, ein umfassender Dialog zwischen den Bürgern und MIBRAG über verschiedene Zukunftsperspektiven für den Ort. Im Ergebnis des Dialogs sprachen sich 90 Prozent der Pödelwitzer für einen Umzug aus.