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Braunkohle steht für stabile Wertschöpfung

Europäische Metropolregion beschäftigt sich mit regionaler Strukturentwicklung

Als Mitglied der  Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland nahm MIBRAG am 14. Dezember 2017 an deren Jahreskonferenz teil. Im Fokus stand der Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier und die damit verbundene Perspektive für die soziale, kulturelle und räumliche Entwicklung der Region. Rund 200 Gäste aus der mitteldeutschen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur folgten der Einladung ins sachsen-anhaltische Braunsbedra und verständigten sich über die Themen Innovation, Industriekultur und Landschaft.

 

„Der Braunkohletagebau hat die mitteldeutsche Region geprägt wie kaum eine andere in Deutschland. Er hat Arbeit gebracht für Tausende Familien. Er hat aber auch eine geschundene Landschaft hinterlassen, die wir seit Jahren unter großen Anstrengungen in Seen- und Naherholungsgebiete verwandeln“, erklärte Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig und Vorstandsvorsitzender der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland e.V. in seinem Grußwort an die Konferenzteilnehmer. „Die Zukunft des Braunkohletagebaus ist endlich; wir wollen und müssen die anstehenden Veränderungen aber besser gestalten als dies in den 1990er Jahren vielerorts traurige Realität war. Unsere Aufgabe ist es, zusammen mit Bund und den mitteldeutschen Ländern einen sanften Industriewandel zu gestalten“, so Jung weiter.

 

In seinem Impulsvortrag legte Prof. Andreas Berkner, Leiter der Verbandsverwaltung beim Regionalen Planungsverband Leipzig-Westsachsen, die Entwicklung des Mitteldeutschen Braunkohlereviers von 1989 bis heute dar. Er betonte, dass sich im Revier seit den 1990er Jahren ein massiver Strukturbruch vollzogen habe, der einerseits mit Verlusten an Beschäftigung und Wertschöpfung verbunden war und andererseits zu einer nahezu kompletten Erneuerung des hiesigen Kraftwerksparks führte. Mit Blick auf ein mögliches Auslaufen der Braunkohleförderung sagte Berkner: „Damit steht die Frage, wie dieser Prozess so zu gestalten ist, dass Aspekte der Wirtschaftlichkeit, der Versorgungssicherheit und des Klimaschutzes bei sozialer Ausgewogenheit gleichermaßen gewährleistet werden können.“

 

Braunkohlenutzung mit erneuerbaren Energien verknüpfen

Eines der Kernthemen der Konferenz war die Auseinandersetzung mit neuen Strategien für Innovation und Wertschöpfung für die betroffenen Teilräume.

Dr. Armin Eichholz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft mbH (MIBRAG) betonte, dass der Strukturwandel kein Projekt sei, sondern ein andauernder Prozess. Er erklärte: „Wir sind bereit, diesen Prozess mitzugestalten. Seit 2016 sind wir unter dem Dach der Europäischen Metropolregion Mitteldeutschland in der Projektgruppe „Innovationen im Revier“ tätig. Wir stehen in engem Kontakt mit der Politik und wir sind uns darin einig, dass MIBRAG mit der Braunkohleförderung als Ausgangspunkt für eine sichere und bezahlbare Stromversorgung und als Ausgangspunkt von stabilen Wertschöpfungsketten noch für Jahre eine tragende Rolle spielen muss. Auch durch die enormen Wertschöpfungseffekte beteiligen wir uns bereits heute daran, die Region strukturell zu unterstützen. Das tun wir im laufenden Betrieb, indem wir junge Leute aus der Region ausbilden, Arbeitsplätze bieten, Wertschöpfung betreiben. Jährlich sind es etwa 350 Millionen Euro, die in die Region fließen. Das sind Löhne und Gehälter unserer Mitarbeiter, Aufträge für hiesige Firmen und Investitionen. Darüber hinaus denken wir an die Zukunft der Braunkohlenutzung insbesondere in Richtung der stofflichen Nutzung. Dafür sind wir in Kooperation mit der Bergakademie TU Freiberg, der Hochschule Merseburg, ROMONTA und weiteren Partnern.“

 

Prof. Jörg Kirbs, Rektor der Hochschule Merseburg, erinnerte daran, dass Mitteldeutschland eine der traditionsreichsten Industrieregionen Deutschland sei, aus der eine Reihe an Impulsen kamen. „Diese Impulse haben den technologischen Fortschritt zum Beispiel in der chemischen Industrie wesentlich beeinflusst. Wir haben in Mitteldeutschland einen bedeutenden Rohstoff, die Braunkohle, die viel zu schade ist, um nur für die Energiegewinnung genutzt zu werden. Die Verknüpfung der stofflichen Nutzung der Braunkohle mit dem umfangreichen Know-how bei der Nutzung regenerativer Energien könnte ein wesentlicher Motor für den Strukturwandel in unserer Region werden“, so Kirbs.

 

Um auf Bundesebene auf die Bedeutung eines nachhaltigen Strukturwandels in den ehemaligen Braunkohlerevieren aufmerksam zu machen, sind Ende letzter Woche drei deutsche Landkreise als Hauptbetroffenen eines möglichen Braunkohleausstiegs mit einem gemeinsamen Brief an die Bundesregierung herangetreten. In ihrem Schreiben forderten die Landräte des Burgenlandkreises (Mitteldeutsches Revier), des Rhein-Erft-Kreises (Rheinisches Revier) und des Landkreis Spree-Neiße (Lausitzer Revier) Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Einberufung eines Braunkohle-Gipfels auf.

 

Weitere Informationen: www.mitteldeutschland.com


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